»Bin das im Spiegel ich?« Frage I von 20
Gezeichneter Raum
von Leo & Björn
Springerin & Sæt
Schellingstraße 48
80799 München
Egal, ob gespiegelt oder seitenrichtig - uns bildlich selbst zu begegnen ist ein seltsames Gefühl.
Zur Open Art zeigen Leo & Björn die erste Arbeit aus einem 15-teiligen Werkzyklus, welcher sich den zentralen Fragen ihres persönlichen Lebens und Schaffens widmet. Zur Auseinandersetzung mit der ersten Frage »Bin das im Spiegel ich?« wagen sich die beiden ins Innere des menschlichen Selbstbildes vor und versuchen dabei Hinweise zu finden, wie die Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung entsteht.
Die Trennschärfe zwischen Privatem und Öffentlichem scheint immer mehr verloren zu gehen. Das neue Öffentliche erzeugt und erfordert neue Klischees der Selbstdarstellung wie »Selfies« und »Duckfaces«. Doch genau diese Art der Präsentation versuchen Leo & Björn hinter sich zu lassen, ohne jedoch die Frage aus dem Blickfeld zu verlieren, wie wichtig ist es, was andere in uns sehen, und wie wohl wir uns damit im eigenen Antlitz fühlen.
Wie entsteht unser Selbstbild, was ergibt sich aus dem Zusammenspiel von psychologischem Ich, bewegten und unbewegten Abbildern sowie der Aussensicht anderer. Wir machen ein anderes Gesicht im Spiegel, als wenn wir unbemerkt photographiert werden. Leo & Björn suchen in ihrem dreigeteilten Raum nach Anhaltspunkten, wo das »reale« Bild zu finden ist. In einer Art Versuchsaufbau durchdringen sich projizierter Blick von aussen und mentale Sicht von innen, durchbrochen von einem physischen Abbild. Es entstehen Querverbindungen zwischen live-gezeichneter Eigenwahrnehmung und Lichtprojektionen der Fremdwahrnehmung. Am Schnittpunkt thront das scheinbar unveränderliche, »reale« Antlitz.



